Dynamic . Excellence

18. Mai 2012

Rede zur 110. ordentlichen Hauptversammlung der GILDEMEISTER Aktiengesellschaft am 18.05.2012

Es gilt das gesprochene Wort!

Meine sehr geehrten Damen, meine Herren, sehr geehrte Aktionäre,

auch ich möchte Sie nun im Namen des Vorstands zu unserer 110. ordentlichen Hauptversammlung in Bielefeld herzlich begrüßen.

Das Geschäftsjahr 2011 war ein Übergangsjahr. Wir sind mit einem soliden Auftragsbestand gestartet und haben im Jahresverlauf permanent Steigerungen erreicht. Die wichtigsten Kennzahlen des Geschäftsjahres 2011 belegen eine insgesamt positive Entwicklung: Der Auftragseingang war bislang der höchste in der Unternehmensgeschichte – er stieg um 36% auf 1.927,3 Mio. €. Der Umsatz erreichte 1.687,7 Mio. € – ein Zuwachs von 23% – und war damit der zweitbeste seit jeher. Auch konnten wir das Ergebnis erheblich steigern: Das EBT erreichte 66,9 Mio. € und war damit das drittbeste Ergebnis in der Unternehmensgeschichte. Der Jahresüberschuss im Konzern verbesserte sich deutlich von 4,3 Mio. € auf 45,5 Mio. €.

Unter Tagesordnungspunkt 2 schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der heutigen Hauptversammlung vor, für das Geschäftsjahr 2011 eine Dividende von 0,25 € je Aktie auszuschütten. Dies entspricht einer Dividendenrendite von 2,6%.

 

Internationale Entwicklung der Werkzeugmaschinenindustrie 2011

Der Weltmarkt für Werkzeugmaschinen entwickelte sich im Jahr 2011 positiv. Der Verbrauchstieg im Berichtsjahr auf 62,4 Mrd. €. In China wurden mit deutlichem Abstand die meisten Werkzeugmaschinen verkauft. Mit 22,9 Mrd. € (37%) war China abermals der weltgrößte Absatzmarkt. Japans Werkzeugmaschinenverbrauch legte mit +48% kräftig zu und belegte mit 5,5 Mrd. € Rang zwei. Deutschland belegte mit einem Verbrauch von 5,0 Mrd. € Rang drei (+42%). Es folgten die USA und Südkorea. Diese fünf Märkte stehen für 67% des Welt-Werkzeugmaschinen-Verbrauchs.

Die Welt-Produktion betrug ebenfalls 62,4 Mrd. € – ein Plus von 30%. China war der weltgrößte Produzent von Werkzeugmaschinen mit 14,6 Mrd. € (Anteil: 23%). Japan folgte mit einer Produktion von 13,2 Mrd. € (21%) und Deutschland war mit 9,7 Mrd. € (16%) wiederum drittgrößter Produzent.

 

Deutsche Werkzeugmaschinenindustrie

Die Auftragseingänge der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie stiegen um 45% auf 16,7 Mrd. € an (Vorjahr: 11,5 Mrd. €). Die Inlandsnachfrage erhöhte sich um 46% (Vorjahr: +74%). Die Nachfrage aus dem Ausland nahm um 45% zu (Vorjahr: +89%). Die Produktionstieg um 31% auf 12,9 Mrd. Von den in Deutschland hergestellten Werkzeugmaschinen wurden 66% exportiert.

 

Bericht zum Geschäftsjahr 2011 des GILDEMEISTER -Konzerns

Zur positiven Geschäftsentwicklung von GILDEMEISTER hat beigetragen, dass die Konjunktur im ersten Halbjahr Fahrt aufnahm und sich der Investitionsstau auflöste, der sich in der Krise gebildet hatte. Unsere Ergebnissituation hat sich kontinuierlich verbessert. Nicht zufrieden waren wir mit der Entwicklung der Energy Solutions. Die massiven Verwerfungen auf den südeuropäischen Märkten und der ruinöse Wettbewerb unter den Solarmodul-Herstellern hatten auch gravierende Auswirkungen auf unseren Geschäftsverlauf. Unsere Kooperation mit Mori Seiki trägt hingegen Früchte. Die Werkzeugmaschinen-Innovationen, die wir auf der Branchenmesse EMO im September vorgestellt haben, wurden vom Markt mit großem Interesse aufgenommen und wir konnten einen erfreulichen Auftragsrekord auf dieser wichtigsten Messe erzielen.

 

Auftragseingang

Wir erzielten den höchsten Auftragseingang in der Unternehmensgeschichte! Er stieg um 36% auf 1.927,3 Mio. € (Vorjahr: 1.418,4 Mio. €). In Deutschland stiegen die Bestellungen um 42% auf 764,2 Mio. € (Vorjahr: 537,7 Mio. €) und auch in Europa konnten wachsende Auftragseingänge verzeichnet  werden (652,5 Mio. €, +22%). In Amerika lagen die Bestellungen 33% über dem Vorjahresniveau (136,6 Mio. €). In Asien nahm das Geschäft um 54% auf 374,2 Mio. € zu. Besondere Wachstumsimpulse waren in China (196,7 Mio. €) zu verzeichnen.

 

Umsatz

GILDEMEISTER erzielte im Berichtsjahr den zweithöchsten Umsatz der Unternehmensgeschichte. Er überstieg den Wert des Vorjahrs um 310,9 Mio. € (+23%) und lag bei 1.687,7 Mio. € (Vorjahr: 1.376,8 Mio. €). Die Inlandsumsätze erreichten 632,6 Mio. € (+27%) und die Auslandsumsätze erhöhten sich auf 1.055,1 Mio. € (+20%).

 

Segmentberichterstattung 2011

Wir haben unsere Geschäftsaktivitäten neu geordnet und steuern diese seit Ende des Jahres 2011 – wie bereits berichtet – in den Segmenten „Werkzeugmaschinen“ und „Industriellen Dienstleistungen“. Die Segmentierung erfolgt gemäß der Vorschiften des IFRS 8. Aufgrund der strukturellen Anpassung sowie der Neuausrichtung des Geschäftsmodells erfolgte die Zusammenfassung der Energy Solutions mit dem Service zu dem gemeinsamenSegment „Industrielle Dienstleistungen“ . Dieses Segment bietet unseren Kunden alle Vertriebs- und Serviceleistungen aus einer Hand.

Die Segmente entwickelten sich wie folgt:
Das Segment „Werkzeugmaschinen“ ist unser Kernsegment und beinhaltet das Neumaschinengeschäft. Es war mit einem Umsatzanteil von 64% (Vorjahr: 56%) am Konzernumsatz beteiligt. Der Umsatz nahm um 41% auf 1.088,1 Mio. € zu (Vorjahr: 769,9 Mio. €). Die Drehtechnologie von GILDEMEISTER trug mit 16% dazu bei (Vorjahr: 17%). Die Frästechnologie von DECKEL MAHO war mit 39% beteiligt (Vorjahr: 32%). Die ECOLINE trug 7% bei (Vorjahr: 6%); auf Ultrasonic und Lasertec entfielen 2% (Vorjahr: 3%).

Die „Industriellen Dienstleistungen“ trugen einen Anteil von 36% zum Konzernumsatz bei (Vorjahr: 44%). Das Segment verzeichnete im Vergleich zum Vorjahr deutliche Zuwächse beim Auftragsein gang, beim Umsatz und im Ergebnis. Insgesamt betrug der Umsatz 599,4 Mio. € (Vorjahr: 606,7 Mio. €).
Die „Corporate Services“ hatten wie im Vorjahr einen Umsatzanteil von weniger als 1%.

 

Auftragsbestand

Am 31. Dezember 2011 betrug der Auftragsbestand im Konzern 811,2 Mio. €; er lag damit um 182,9 Mio. € bzw. um 29% über dem Vorjahreswert (628,3 Mio. €). Bei den „Werkzeugmaschinen“ stieg er um 157,1 Mio. € bzw. 47% auf 492,1 Mio. € (31.12.2010: 335,0 Mio. €). Dies bedeutet eine rechnerische Produktionsauslastung von durchschnittlich etwa fünf Monaten – eine gute Grundauslastung für das laufende Geschäftsjahr. Die „Industriellen Dienstleistungen“ hatten zum 31. Dezember einen Auftragsbestand von 319,1 Mio. € (Vorjahr: 293,2 Mio. €).

 

Ertragslage 2011

GILDEMEISTER konnte seine Ertragskennzahlen im Geschäftsjahr 2011 deutlich steigern. Das EBITDA betrug 146,1 Mio. € (Vorjahr: 74,5 Mio. €); das EBIT erhöhte sich auf 112,5 Mio. € (Vorjahr: 45,0 Mio. €). Das EBT stieg auf 66,9 Mio. € (Vorjahr: 6,5 Mio. €) und der Jahresüberschuss im Konzern stieg auf 45,5 Mio. € (Vorjahr: 4,3 Mio. €). Damit schreiben wir das drittbeste Ergebnis der Unternehmensgeschichte.
Das Ergebnis je Aktie beträgt 0,85 € (Vorjahr: 0,09 €).

 

GILDEMEISTER Aktiengesellschaft

Die GILDEMEISTER Aktiengesellschaft hat Management- und Holdingfunktionsaufgaben. Das Ergebnis der GILDEMEISTER Aktiengesellschaft war im Wesentlichen bestimmt von den Erträgen aus Finanzanlagen (64,7 Mio. €; Vorjahr 29,7 Mio. €), die sich aus Ergebnisabführungen der DMG Vertriebs und Service GmbH (21,7 Mio. €), der GILDEMEISTER Beteiligungen AG (42,0 Mio. €) und einem Beteiligungsertrag von Mori Seiki Co., Ltd. von 1,0 Mio. € zusammensetzen. Die GILDEMEISTER Aktiengesellschaft schließt das Geschäftsjahr 2011 mit einem Jahresüberschuss von 13,8 Mio. € ab. Unter Berücksichtigung des Gewinnvortrags aus dem Vorjahr (3,0 Mio. €) beläuft sich derBilanzgewinn auf 16,8 Mio. €.

Vorstand und Aufsichtsrat schlagen der heutigen 110. Hauptversammlung gemäß Tagesordnungspunkt 2 vor, den Bilanzgewinn wie folgt zu verwenden:

  • Ausschüttung von 14.590.798,75 € an die Aktionäre durch Zahlung einer Dividende von 0,25 € je Aktie,
  • Den verbleibende Bilanzgewinn für das Geschäftsjahr 2011 in Höhe von 2.186.895,80 € auf neue Rechnung vorzutragen.

 

Nachfolgend einige Erläuterungen zum Jahresabschluss 2011 des GILDEMEISTER-Konzerns:

  • Die Bilanzsumme erhöhte sich auf 1.371,8 Mio. € (Vorjahr: 1.357,5 Mio. €). Die wesentliche Veränderung bei den Aktiva ergibt sich aus dem Anstieg der Vorräte (+41,7 Mio. €). Diese erhöhten sich bei einer um 26,9% gestiegenen Gesamtleistung allerdings nur um 10,2% auf 452,0 Mio. € (Vorjahr: 410,3 Mio. €).
  • Auf der Aktivseite stieg das Anlagevermögen um 38,5 Mio. € auf 403,9 Mio. € (+10,5%; Vorjahr: 365,4 Mio. €). Die langfristig ge bundenen Forderungen und Sonstigen Vermögenswerte erhöhten sich um 6,2 Mio. € auf 59,3 Mio. € (+11,7%; Vorjahr: 53,1 Mio. €). Die kurzfristigen Forderungen und Sonstigen Vermögenswerte sind im Vergleich zum Vorjahr um 15,7% bzw. 65,5 Mio. € auf 351,4 Mio. € gesunken. Die flüssigen Mittelbelaufen sich zum Bilanzstichtag auf 105,2 Mio. € (Vorjahr: 111,8 Mio. €) bzw. 7,7% an der Bilanzsumme (Vorjahr: 8,2%).
  • Auf der Passivseite erhöhte sich das Eigenkapital um 242,3 Mio. € bzw. 58,7% auf 655,2 Mio. € (Vorjahr: 412,9 Mio. €) im Wesentlichen aufgrund der Kapitalerhöhungen, mit einem Nettoemissionserlös von 213,7 Mio. €, und dem Jahresüberschuss. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich damit auf 47,8% (Vorjahr: 30,4%). Wir haben damit unser Ziel – eine Eigenkapitalquote von 50% – nahezu erreicht. Die Aktien, die wir im Rahmen des Aktienrückkaufprogramms 2011 erworben haben, minderten das Eigenkapital um 20,7 Mio. € (3,0% der Stimmrechte). Die Eigenkapitalquote wäre ohne den Rückkauf um weitere 1,5% verbessert (auf 49,3%).
  • Im Geschäftsjahr konnten wir die Nettoverschuldung vollständig abbauen und haben somit kein Gearing mehr. Das langfristige Fremdkapital reduzierte sich um 216,5 Mio. € auf 80,2 Mio. €. Dies resultiert insbesondere aus dem Abbau der Finanzverbindlichkeiten durch die Ablösung der Schuldscheindarlehen in Höhe von 201,5 Mio. €. Die langfristigen Finanzierungsmittel erhöhten sich im Berichtsjahr um 25,8 Mio. € auf 735,4 Mio. € und die kurzfristigen Finanzierungsmittel sanken auf 636,4 Mio. € (Vorjahr: 647,9 Mio. €).
  • Die Finanzlage entwickelte sich im Berichtsjahr positiv: Der Free Cashflow war wie angekündigt positiv und stieg auf 95,2 Mio. € (Vorjahr: 45,2 Mio. €).
  • Die Investitionen stiegen erstmals wieder deutlich; sie beliefen sich insgesamt auf 89,7 Mio. € (Vorjahr: 50,0 Mio. €). Wir haben im Berichtsjahr Investitionen nachgeholt, die wir in den letzten Jahren bewusst nicht getätigt hatten. Auf Sachanlagen und Immaterielle Vermögenswerte entfielen 74,9 Mio. € (Vorjahr: 39,0 Mio. €). Der deutliche Anstieg ist im Wesentlichen auf die Ausweitung unserer weltweiten Vertriebs- und Servicepräsenz zurückzuführen.
    • Im Berichtsjahr eröffneten wir das „HSC Center“ in Geretsried und das neue DMG / MORI SEIKI-Technologiezentrum in Indien ; dort lagen die Schwerpunkte unserer Investitionen.
    • Durch die Aufstockung der Aktienanteile an der Mori Seiki Co., Ltd. auf 5,1% betrug der Zugang im Finanzanlagevermögen 14,8 Mio. €
    • Die Abschreibungen auf das Anlagevermögen unter Berücksichtigung der aktivierten Entwicklungskosten und Finance Lease beliefen sich auf 33,6 Mio. € (Vorjahr: 29,5 Mio. €).
  • Im Jahr 2011 haben wir erneut unsere Innovationskraft unter Beweis gestellt: GILDEMEISTER hat im Berichtsjahr 20 Neuentwicklungen auf 63 nationalen und internationalen Messen und Ausstellungen präsentiert. Auf der wichtigsten Werkzeugmaschinenmesse, der EMO in Hannover, präsentierte GILDEMEISTER gemeinsam mit Mori Seiki 97 Hightech-Exponate. Mit einem Auftragseingang von 207,6 Mio € und 847 verkauften Maschinen war dies der höchste Messe-Auftragseingang in der Unternehmensgeschichte. In der Forschung und Entwicklung forcieren wir Innovationen, um mit technologischen Spitzenleistungen Trends zu setzen. Unsere Aufwendungen für Forschung und Entwicklung lagen mit 54,6 Mio. € rund 13% über dem Niveau des Vorjahrs von 48,1 Mio. €. Ein Schwerpunkt lag auf der Entwicklung neuer Produkte: Mit der MILLTAP 700 – die erste von GILDEMEISTER und Mori Seiki gemeinsam entwickelte Maschine – erschließen wir ein neues Marktsegment. Auch sind wir ein engagiertes Mitglied der VDW-Initiative Blue Competence. Die Initiative hat das Ziel, den Energiebedarf von Produktionsmaschinen um bis zu 30% zu senken. Die Energieeffizienz von Werkzeugmaschinen hat bei GILDEMEISTER einen hohen Stellenwert. Im Geschäftsfeld der regenerativen Energien präsentierte GILDEMEISTER mit der Großbatterie CellCube 200-400 und dem SunCarrier 70 zwei innovative Neuentwicklungen.

GILDEMEISTER hat im Berichtsjahr 587 neue Arbeitsplätze geschaffen: Am 31. Dezember 2011 waren 6.032 Mitarbeiter , davon 222 Auszubildende, bei GILDEMEISTER beschäftigt (Vorjahr: 5.445). Im Segment „Werkzeugmaschinen“ haben wir aufgrund der verbesserten Geschäftsentwicklung unsere Standorte im Inland sowie in Polen und China personell verstärkt. Die gestiegene Personalzahl im Segment „Industrielle Dienstleistungen“ resultiert in erster Linie aus der Bündelung der Vertriebs- und Serviceaktivitäten mit Mori Seiki in Deutschland und der damit einhergehenden Integration von 101 Mitarbeitern.

Darüber hinaus wurden die Gesellschaften in den Wachstumsmärkten China, Indien und Russland personell verstärkt. Der Personalaufwand erhöhte sich auf 384,7 Mio. € (+51,5 Mio. €; Vorjahr: 333,2 Mio. €). Die Personalquote sank im Zuge der höheren Gesamtleistung auf 22,1% (Vorjahr: 24,3%).

An dieser Stelle möchte sich der Vorstand auch im Namen aller Geschäftsführer bei allen Mitarbeitern für ihr Engagement bedanken. GILDEMEISTER ist auf Wachstumskurs zurückgekehrt. Jetzt geht es darum, weiter global aktiv zu sein und die neuen Märkte für uns zu nutzen. Ich bin mir sicher, dass uns dies gemeinsam gelingen wird.

 

GILDEMEISTER-Aktie

Das Grundkapital der GILDEMEISTER Aktiengesellschaft betrug zum 31. Dezember 2011 € 156.437.431,80. Es ist eingeteilt in 60.168.243 auf den Inhaber lautende Stückaktien mit einem rechnerischen Nennwert von € 2,60 pro Stück. Die Mori Seiki Co., Ltd., Nagoya (Japan) hält insgesamt 20,1% der Stimmrechte und ist damit größter Einzelaktionär.

Der Vorstand der GILDEMEISTER Aktiengesellschaft hat am 25. August 2011 beschlossen, von der Ermächtigung zum Rückkauf eigener Aktien Gebrauch zu machen, die durch die Hauptversammlung vom 14. Mai 2010 erteilt wurde. Der Rückkauf begann ab dem 26. August 2011 und endete am 31. Dezember 2011. Insgesamt wurden 1.805.048 Stück der eigenen Aktien zurückerworben. Dieses entspricht 3,0% des Gesamtkapitals. Unter Punkt 6 der heutigen Tagesordnung bitten wir Sie, dem Erwerb eigener Aktien als Vorratsbeschluss zuzustimmen. Vorstand und   Aufsichtsrat schlagen zudem vor, § 5 Abs. 3 der Satzung (Genehmigtes Kapital) neu zu fassen. Den genauen Wortlaut des Beschlussvorschlags entnehmen Sie bitte unter Tagesordnungspunkt 7 der Einladung zur Hauptversammlung.

Nun zum Verlauf der GILDEMEISTER-Aktie:
Zu Beginn des Börsenjahres 2011 konnten die deutschen Indizes noch an die positive Entwicklung des Vorjahres anknüpfen. Im März belasteten die Katastrophen in Japan die internationalen Kapitalmärkte spürbar. Im weiteren Jahresverlauf trübte sich die Stimmung weiter ein. Insbesondere im August, als die Bonität der USA durch die Ratingagenturen herabgestuft wurde, verzeichneten die Aktienindizes drastische Kursverluste. Im zweiten Halbjahr wurde die Entwicklung der Aktienmärkte von der anhaltenden Schuldenkrise im Euroraum und in den USA bestimmt und der damit verbundenen Sorge, dass sich die weltweite Konjunktur nachhaltig eintrüben könnte.

Im Zuge der Turbulenzen an den internationalen Kapitalmärkten verlor auch die GILDEMEISTER-Aktie bis zum Ende des Geschäftsjahres deutlich an Wert. Die positive Branchenentwicklung im Werkzeugmaschinenbau spiegelte sich zwar in den Geschäftszahlen von GILDEMEISTER wider, jedoch nicht in der Bewertung unseres Wertpapiers: In das Börsenjahr 2011 startete die Aktie mit einem Kurs von 16,90 € (03.01.2011) und erreichte ihren Höchstwert mit 17,50 € am 03. Mai 2011. Der Jahrestiefstwert lag bei 8,69 € (04.10.2011). Die Aktie schloss zum 30. Dezember 2011 mit 9,75 €. Zu Jahresbeginn 2012 startete der Kurs der Aktie bei 10,23 €. Aktuell notiert die Aktie bei 13,84 € (16.05.2012); das entspricht einem Plus von 35% seit Jahresbeginn.

Nun zu den Zahlen des 1. Quartals 2012 und dem Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr:

GILDEMEISTER ist plangemäß in das Geschäftsjahr 2012 gestartet:
Dazu trugen unter anderem die erfolgreichen Jahresauftaktveranstaltungen bei. So z.B. die Hausausstellung in Pfronten mit einem Rekord-Ergebnis von 530 verkauften Maschinen im Wert von 163,4 Mio. € oder die METAV in Düsseldorf mit Aufträgen im Wert von 41,5 Mio. €.

Ein weiteres Highlight war die Eröffnung des gemeinsamen DMG / MORI SEIKITechnologiezentrums in Singapur am 21. Februar. Damit stärken wir die Kooperation in Südostasien. Das Investitionsvolumen betrug rund 6 Mio. €. In dieser Region planen wir mittelfristig den Auftragseingang zu verdreifachen.

Der Auftragseingang stieg im ersten Quartal um 36% auf 605,1 Mio. € (Vorjahr: 445,9 Mio. €). Mit 89,7 Mio. € trug der Vertrieb von Mori Seiki-Produkten zum Auftragseingang bei (Vorjahr: 17,3 Mio. €). In unserem Kerngeschäft „Werkzeugmaschinen" stiegen die Bestellungen um 22% auf 359,9 Mio. € (Vorjahr: 295,4 Mio. €). Bei den „Industriellen Dienstleistungen“ konnten wir den Auftragseingang um 63% auf 245,1 Mio. € erhöhen (Vorjahr: 150,4 Mio. €). Dazu trugen die Services mit 235,8 Mio. € (+74%) und die Energy Solutions mit 9,3 Mio. € (-36%) bei.

Der Umsatz erreichte im ersten Quartal 451,8 Mio. € und lag damit 20% (74,4 Mio. €) über dem vergleichbaren Vorjahreswert (377,4 Mio. €). Im Kernsegment „Werkzeugmaschinen“ erhöhte sich der Umsatz um 51,2 Mio. € (+25%) auf 259,6 Mio. €. Der Umsatz im Segment „Industrielle Dienstleistungen“ betrug 192,1 Mio. € (Vorjahr: 168,9 Mio. €).

Der Auftragsbestand betrug am 31. März 2012 im Konzern 964,5 Mio. € (+41% zum Vorjahreszeitpunkt). Der Inlandsbestand erhöhte sich um 108,9 Mio. € (+64%) auf 277,9 Mio. €. Der Bestand an Auslandsaufträgen nahm um 172,8 Mio. € auf 686,6 Mio. € (+34%) zu. Von den vorliegenden Bestellungen entfallen 71% auf das Ausland.

Die Ertragslage des GILDEMEISTER-Konzerns entwickelte sich im ersten Quartal plangemäß: Das EBITDA betrug 28,6 Mio. € (Vorjahr: 17,9 Mio. €), das EBIT belief sich auf 18,8 Mio. € (Vorjahr: 10,4 Mio. €) und das EBT erreichte 15,0 Mio. € (Vorjahr: 0,5 Mio. €). Der Konzern weist zum 31. März 2012 ein Ergebnis nach Steuern von 10,3 Mio. € aus (Vorjahr: 0,3 Mio. €).

 

Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr 2012

Der weltweite Markt für Werkzeugmaschinen soll sich im Jahr 2012 insgesamt recht stabil entwickeln. Die jüngste Prognose (Stand: April 2012) geht von einem Wachstum des Weltverbrauchs um 8,8% auf 67,9 Mrd. € aus.

Wir gehen gestärkt in das Jahr 2012 und sehen derzeit keine drastischen Anzeichen für einen Konjunktureinbruch in unserer Branche: Die Finanz- und Schuldenkrise dämpft allerdings die Investitionsbereitschaft in Europa. Hingegen ist die Nachfrage nach Werkzeugmaschinen in den BRIC- Staaten ungebrochen. Falls die US-Wirtschaft im laufenden Geschäftsjahr zu einem klaren Wachstumspfad zurückfindet, besteht die Chance, dass die Stagnation in Europa ausgeglichen werden kann. Zu den Herausforderungen des laufenden Jahres gehört unter anderem,   dass die Werkzeugmaschinen-Hersteller den global wachsenden Wettbewerb um Rohstoffe deutlich zu spüren bekommen und daher ihre Herstellkosten insgesamt noch besser im Auge behalten müssen.

Im Geschäftsjahr 2012 erwarten wir im Segment „Industrielle Dienstleistungen“ weitere Zuwächse. Die weiterhin gute Entwicklung in den asiatischen Märkten sowie in Osteuropa und Amerika könnte eine mögliche Abschwächung des südeuropäischen Geschäftes kompensieren. Auch den Absatz von Mori Seiki-Maschinen in Europa und Deutschland planen wir deutlich zu steigern. Für das Gesamtjahr rechnen wir mit einem Auftragseingang von erstmals über 2 Mrd. €. Auf Basis des aktuellen Geschäftsverlaufs und des soliden Auftragsbestands planen wir einen Umsatz von über 1,9 Mrd. €. Auf der Kostenseite rechnen wir mit Steigerungen der Einkaufs- und Personalkosten. Demgegenüber soll sich das Zinsergebnis in Folge der Neuordnung unserer Kapitalstruktur deutlich vermindern. Im Gesamtjahr wollen wir ein EBT von über 100 Mio. € und einen Jahresüberschuss von über 65 Mio. € erzielen. Die Planung 2012 setzt voraus, dass die Marktentwicklung gemäß der aktuellen Prognosen verläuft und die derzeitigen weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie die Euroentwicklung stabil bleiben. Aufgrund der positiven Geschäfts- und Ergebnisaussichten planen wir, für das Geschäftsjahr 2012 eine höhere Dividende je Aktie als im Vorjahr zu zahlen.

 

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

Unser Motto für das Jahr 2012 lautet: Zukunft gestalten – reale Werte schaffen . Wir haben strategisch die richtigen Weichen gestellt, damit die Position von GILDEMEISTER gesichert bleibt, auch wenn das Marktumfeld schwieriger werden sollte. Im Übergangsjahr 2011haben wir wieder den Anschluss an das Wachstumsjahr 2008 geschafft. Im asiatischen und US-amerikanischen Raum eröffnet uns die Kooperation mit Mori Seiki neue Möglichkeiten.

Den europäischen Vertrieb und Service von GILDEMEISTER und Mori Seiki haben wir in einer gemeinsamen Zentrale in der Schweiz (Dübendorf bei Zürich) gebündelt. Die neu gegründete DMG MORI SEIKI Europe AG steuert alle Vertriebs- und Serviceaktivitäten der europäischen DMG / MORI SEIKI-Gesellschaften. GILDEMEISTER hält 60% der Anteile an der neuen Holding und Mori Seiki 40%. Wir planen, die Innovationen im Produkt- und Servicebereich auch in Europa weiter auszubauen.

Anlässlich der Hausausstellung in Bielefeld vom 19. Juni bis 23. Juni planen wir auch dieEröffnung unseres „Energy Solutions Parks“. Bis zu 15% eigenerzeugte Energie soll künftig aus regenerativen Quellen stammen. Rund um die Uhr wird zukünftig Energie erzeugt, gespeichert und eigenverbraucht. Damit könnten wir rechnerisch ca. 160 Maschinen klimaneutral produzieren. Mit einem breiteren Produktportfolio und einer verstärkten Ausrichtung des Vertriebs auf neue Märkte und industrielle Kunden soll das Geschäftsfeld der Energy Solutions zukünftig ausgerichtet und erweitert werden. Im Berichtsjahr werden wir uns auf die Erschließung von neuen Märkten und Zielgruppen konzentrieren.

Im Juli wird bei DECKEL MAHO in Seebach das neue Produktions- und Logistikzentrum sowie das „Technical-Innovation-Center“ eröffnet. Wir werden die Montagekapazität um mehr als 40% erhöhen, logistische Abläufe optimieren und die Effizienz der Entwicklungsprozesse weiter steigern.

Noch in diesem Jahr planen wir in Uljanowsk (Russland) den Baubeginn für ein hochmodernes Montagewerk; das Grundstück mit rund 200.000 Quadratmetern haben wir bereits erworben. Dort werden wir Fräs- und Drehmaschinen der ECOLINE-Baureihe für den russischen Markt produzieren. Manche von Ihnen erinnern sich vielleicht, dass GILDEMEISTER vor den Achtzigerjahren mehr als ein Drittel des Konzernumsatzes in Russland erzielt hat. Das Geschäft war mit dem Ende der Sowjetunion zusammengebrochen. Wir wollen an alte Erfolge anknüpfen und unseren Russland-Umsatz in relativ kurzer Zeit deutlich erhöhen. Die Voraussetzungen dafür sind gut: Unser Werk werden wir in Uljanowsk errichten, in einem Industriegebiet an der Wolga, in dem sich die führenden russischen Automotive- und Luftfahrtkonzerne sowie große Zulieferer und Logistikunternehmen angesiedelt haben.

 

Künftige Geschäftsentwicklung 2013

Die Rahmenbedingungen für das Jahr 2013 sind aus heutiger Sicht noch schwer abzusehen. Für das Jahr 2013 prognostizieren der VDW und Oxford Economics ein weiteres Wachstum des weltweiten Werkzeugmaschinenverbrauchs. Auch wir planen, für das Geschäftsjahr 2013 eine Steigerung zu erreichen.

 

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

GILDEMEISTER setzt mit seinen innovativen Produkten weltweit Trends. Unsere Maschinen werden die Welt weiter bewegen, denn sie stehen am Anfang weltweiter Prozessketten. Unsere hohe Innovationskraft, das wachsende internationale Vertriebs- und Servicenetz und unsere Kooperation mit Mori Seiki sorgen dafür, dass weltweit rund 200.000 installierte DMG- und MORI SEIKI-Maschinen im Einsatz sind. Mit ihnen wird die Zukunft gestaltet, denn es entstehen täglich neue Produkte auf diesen Maschinen.

 

Verehrte Aktionärinnen und Aktionäre,

Ihr Vertrauen in uns und unsere Arbeit ist uns Ansporn, Verpflichtung und Motivation. Wir werden alles tun, um diesem Vertrauen gerecht zu werden, das Sie in uns setzen. Das gilt für unsere Kunden, Liefe ranten, Geschäfts- und Kooperationspartner ebenso wie für unsere Mitarbeiter und Kapitalgeber. Meine Vorstandskollegen und ich führen GILDEMEISTER mit dem Ziel einer langfristigen, stetigen Wertsteigerung. Wir versichern Ihnen, dass wir alles tun werden, damit GILDEMEISTER für Sie auch weiterhin eine attraktive Kapitalanlage bleibt.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit!

Dr. Rüdiger Kapitza
Vorsitzender des Vorstands
18. Mai 2012

  • Disclaimer, Hinweis zu den zukunftsbezogenen Aussagen
    Zukunftsbezogene Aussagen: Diese Pressemitteilung enthält zukunftsbezogene Aussagen, die auf aktuellen Einschätzungen des Managements über künftige Entwicklungen beruhen. Solche Aussagen beruhen auf den heutigen Erwartungen und bestimmten Annahmen des Managements. Sie unterliegen Risiken, Ungewissheiten und anderen Faktoren, die dazu führen können, dass die tatsächlichen Verhältnisse einschließlich der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von GILDEMEISTER wesentlich von denjenigen abweichen oder negativer ausfallen als diejenigen, die in diesen Aussagen ausdrücklich oder implizit angenommen oder beschrieben werden. Die Geschäftstätigkeit von GILDEMEISTER unterliegt einer Reihe von Risiken und Unsicherheiten, die auch dazu führen können, dass eine zukunftsgerichtete Aussage, Einschätzung oder Vorhersage unzutreffend wird. Sollten Unsicherheitsfaktoren und Unwägbarkeiten eintreten oder sollten die Annahmen, auf denen diese Aussagen basieren, sich als unrichtig erweisen, könnten die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den in diesen Aussagen als erwartet, antizipiert, beabsichtigt, geplant, angestrebt, geschätzt oder projiziert genannten Ergebnissen abweichen. Zukunftsbezogene Aussagen sind nicht als Garant oder Zusicherungen der darin genannten zukünftigen Entwicklungen oder Ereignisse zu verstehen.

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